Gefangen im Wirrwarr der Schulabschlüsse

Vielen Schülerinnen und Schülern kommt es während der Schulzeit so vor als wäre das größte Ziel in ihrem Leben das Erreichen eines Abiturabschlusses. Man bereitet sich Monate lang auf die Prüfungen für die allgemeine Fachhochschulreife oder Hochschulreife vor.

Lehrerinnen und Lehrer betonen die Wichtigkeit und man selbst möchte die über ein Jahrzehnt dauernde Schulzeit bestmöglich beenden. Nachdem dieses Ziel dann endlich erreicht ist, hält man voller Stolz sein Zeugnis in der Hand und darf sich zurecht auch feiern! Doch was bedeutet der erworbene Abschluss im Detail und wie geht es danach weiter? Darüber informieren wir Euch im folgenden Artikel.

Allgemeine Fachhochschulreife, fachgebundene Hochschulreife oder allgemeine Hochschulreife

In Deutschland gibt es mehrere Formen des Abiturs, welche ebenfalls an den Rackow-Schulen in Berlin und Frankfurt vermittelt werden. Diese unterscheiden sich einerseits an der dafür benötigten Qualifikation und andererseits an den sich mit dem Abschluss ergebenden Möglichkeiten.

  • Die höchste Wertigkeit hat die allgemeine Hochschulreife, welche oft pauschal als Abi bezeichnet wird. Diese erhält man unter anderem nach Abschluss der gymnasialen Oberstufe eines beruflichen Gymnasiums oder der Berufsoberschule. Voraussetzung dafür ist der Nachweis einer zweiten Fremdsprache (auf diesen Nachweis wird später im Artikel genauer eingegangen). Mit Erhalt der allgemeinen Hochschulreife haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit an allen Hochschulen und Fachhochschulen zu studieren und sind bei der Wahl ihres Studienganges nicht an ein wissenschaftliches Fachgebiet gebunden.
  • Kann man den Nachweis einer zweiten Fremdsprache nicht erbringen, erhalten Schülerinnen und Schüler die fachgebundene Hochschulreife, welche auch Fachabi genannt wird. Diese ermöglicht ebenfalls den Beginn eines Studiums an Hochschulen und Fachhochschulen. Im Unterschied zur allgemeinen Hochschulreife ist man jedoch bei der Wahl des Studienganges an die Fachrichtung der besuchten Schulform gebunden.
  • Die allgemeine Fachhochschulreife, nur fälschlicher Weise als Fachabi bezeichnet, wird nach dem Besuch der Fachoberschule oder einer Berufsfachschule erlangt. Hierdurch wird der Absolvent oder der Absolventin das Studium an allen Fachhochschulen ermöglicht und das ohne an eine bestimmte Fachrichtung gebunden zu sein. Einzelne Universitäten bieten ebenfalls Absolventen und Absolventinnen der Fachhochschulreife ein Studium an.  

Der Nachweis einer zweiten Fremdsprache

Der Unterschied zwischen der allgemeinen und der fachgebundenen Hochschulreife liegt im Nachweis der zweiten Fremdsprache. Doch was bedeutet dies? Zusätzlich zum Fach Englisch, welches in der Regel die erste Fremdsprache darstellt, muss eine Schülerin oder ein Schüler ein bestimmtes Niveau in einer zweiten Fremdsprache erfüllen. Dies kann jede tatsächlich gesprochene Sprache, wie etwa Spanisch, Türkisch oder Russisch sein. Um dieses Sprachniveau zu belegen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Wenn in der Schulform, welche zur Hochschulreife führt, eine zweite Fremdsprache über die Dauer von 2 Jahren unterrichtet wird, reicht dies als Nachweis aus. Dies kann an der Rackow-Schule Berlin durch die Wahl des Zusatzunterrichtes Spanisch erfolgen.
  • Der Nachweis gilt ebenfalls als erfüllt, wenn von der 7. – 10. Jahrgangsstufe durchgängig eine Sprache unterrichtet wurde. Diese muss immer mit einer Note von 4,0 oder besser bestanden worden sein. Hierzu benötigt die Schule, welche den Abschluss der Hochschulreife vergibt die Zeugnisse aller relevanter Jahrgänge.
  • Als weitere Option kann die Absolventin oder der Absolvent sich die Sprache nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) auf dem Niveau B1 bescheinigen lassen. Diese Bescheinigung erhält nach bestandener Prüfung an diversen Sprach- oder Volkshochschulen und wird der Schule, welche die Hochschulreife vergibt, vorgelegt.

Die Unterschiede zwischen Universität und Fachhochschule

Natürlich lassen sich Universitäten und Fachhochschulen aufgrund der Fülle an Studiengängen, Fachgebieten und Institutionen nicht immer ganz klar unterscheiden. Der eindeutigste Hinweis ist der offizielle Titel der Hochschule. Oftmals haben Universitäten und Fachoberschulen die Bezeichnung bereits im Namen. Schwieriger wird es bei dem Zusatz „University of Applied Science“ welcher in Deutschland ebenfalls gängig ist. Dabei handelt es sich, trotz dem englischen Begriff für Universität, um die Bezeichnung für eine Fachhochschule.

Die meisten Studiengänge werden an beiden Hochschulformen angeboten und unterscheiden sich dabei vor allem im Hinblick auf den Fokus. Universitäten vermitteln ein akademischeres, wissenschaftlicheres Verständnis eines Fachgebietes und bereiten eher auf Bereiche in der Forschung oder in der Lehre vor. Fachhochschulen zeichnen sich eher durch einen anwendungsorientierten Schwerpunkt aus und bereiten eher für Berufe in der freien Wirtschaft vor. Dieser Unterschied ist jedoch nicht immer trennscharf.

Alle Studiengänge welche mit einem Staatsexamen abschließen, lassen sich nur an Universitäten studieren. Dazu gehören vor allem Medizin, Jura und das Studium auf Lehramt.

Weiterhin unterscheiden sich die Hochschulen in der Vergabe und der gegenseitigen Anerkennung der Leistungspunkte (Credit Points). Ein Wechsel zwischen den Hochschulformen ist daher während des Studiums und zwischen Bachelor- und Masterabschluss nicht immer ohne Weiteres möglich.

Am Ende bleibt uns nur zu sagen: Viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung! 

Schueler-coach Team Verfasst von:

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